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"Blödes Arschloch", "alte Sau" /Plumpe und subtile Beleidigungen und halbherzige Entschuldigungen /Von Rolf Cantzen /Einen Ordnungshüter so zu nennen, wie einst Joschka Fischer den Bundestagspräsidenten "mit Verlaub" genannt hat, kann teuer werden. Soll eine Beleidigung Wirkung erzielen, muss sie kränken und ehrverletzend sein. Sie kann dann auch strafrechtlich verfolgt werden. Wen man wie tituliert um ihn zu beleidigen, hängt ab vom Gegenüber und vom Anlass. "Hundsfott" funktioniert heute nicht mehr, "Du Opfer" nur unter Jugendlichen einer sozialen Schicht, "Schmarotzer" überall. Beleidigen kann man eigentlich nur jemanden auf annähernd gleicher Augenhöhe, andernfalls riskiert man einen Verweis oder die Abfuhr "Du kannst mich gar nicht beleidigen!". Raffinierte Beleidigungen sind persönlich und zielen auf die Schwächen des Attackierten, schaffen Distanz und klären verfahrene Situationen. / Redaktion Ingrid König © WDR 2012
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Späte Vatersuche / Nachkriegskinder und ihre Soldatenväter /Von Sabine Bode /Die Generation der Nachkriegskinder ist in die Jahre gekommen. Sie haben mehr Zeit als früher, Zeit auch für die Rückschau. Da tauchen Fragen zum Kriegsvater, zu seinem Tun und zu seinem Schweigen auf. Zur Klärung der eigenen Identität wollen die Nachkriegskinder endlich wissen, ob er Täter und Opfer war und was sie von ihm "geerbt" haben. Viele dieser Väter leben heute nicht mehr. Doch Dank Internet und Zugang zu Archiven lassen sich heute Antworten leichter finden als früher. Bei der Publizistin und Buchautorin Ute Scheub löste ein Fund auf dem Dachboden ihres Elternhauses die Vatersuche aus. Michael Brenner kam eines Tages auf die Idee, sich den bis dahin ignorierten Nachlass seines Vaters genauer anzusehen und Nachforschungen anzustellen. Sein Fazit: "Endlich, mit 58 Jahren, kann ich über meine eigene Geschichte verfügen - weil ich sie kenne."Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2012
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"Für die Menschen bestellt" /Zum 125. Geburtstag des Kölner Kardinals Josef Frings /Von Kirsten Serup-Bilfeldt /Das "Fringsen" hat ihn weit über Köln und das Rheinland hinaus bekannt gemacht. Der Erzbischof von Köln hatte in seiner Silvesterpredigt 1946 den "Mundraub in Zeiten der Not" moralisch erlaubt genannt. Doch Josef Kardinal Frings war mehr als nur ein volksnaher Kölner Erzbischof. Seine Persönlichkeit prägte nicht nur seine Kirche, sondern drückte auch der Politik im Nachkriegsdeutschland seinen ganz eigenen Stempel auf. Bis heute unvergessen ist seine Rolle als Not-Helfer und Anwalt der Kölner bei den alliierten Besatzungsbehörden nach Kriegsende. Ebenso unvergessen ist sein Einfluss auf das Zweite Vatikanische Konzil, bei dem sein wichtigster Helfer ein junger Bonner Theologieprofessor namens Joseph Ratzinger war. /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2012
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...auf Wegen und Irrwegen zur Inneren Mitte /Wie sich immer mehr Menschen in eine Welt der Wünsche verführen lassen. / Von Wolfgang Meyer /Wird es mit dem neuen Job klappen? Werde ich meine Krebserkrankung in den Griff bekommen? Die Wahrsagerbranche boomt. Und jene, die sich auf Handlesen und Kartenlegen einlassen, schwören auch auf Bachblüten oder Wiedergeburtsrituale. Die meisten dieser Gläubigen wenden alternative Heilmethoden an und sind davon überzeugt, dass der Stand der Sonne und der Sterne das körperliche und seelische Wohlbefinden beeinflussen. /Soziologen stellen fest: Mittlerweile sind jene Menschen, die nichts mit Esoterik im Sinn haben, eine Minderheit. Nicht wenige Menschen geraten auf ihrem Kurs zur inneren Mitte in Seelennot. Was ist hilfreich beim Streben nach dem körperlichen und seelischen Gleichklang? Wo drohen Absturz und Ausbeutung? /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2012
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Schatten der Erinnerung /Ungewöhnliche Wege zum Seelenfrieden /Von Geseko von Lüpke /Wenn ein Mensch etwas erlebt oder erleidet, was mehr ist, als seine Seele fassen kann, entsteht eine tiefe Traumatisierung - etwa durch Folter, miterlebte Terroranschläge oder Krieg. Viele Deutsche spüren nach der Nazi-Diktatur seelische Folgen, die trotz ehrlich gemeinter "Vergangenheitsbewältigung" immer noch wirken. Aufklärung der historischen Fakten und Anklage der Hauptschuldigen sind nur ein erster Schritt - erst die emotionale oder auch spirituelle Beschäftigung mit den Schatten der Geschichte hilft, das Trauma zu überwinden. Andere Kulturen gehen mit dem Thema möglicherweise leichter um. Der Autor sprach u. a. mit der Japanerin T. Matsubara, Zeugin des Atombomben-Abwurfs über Hiroshima, und dem südafrikanischen Mithäftling von Nelson Mandela, Lionel Davis. Sie fanden Wege, die Schatten der Erinnerung zu bearbeiten und Verzweiflung in Ermutigung zu verwandeln. / Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2012